Asche zu Edelsteinen Diamantbestattung ist der Weg zur Unvergänglichkeit
Soest. Der kleine Diamant funkelt im Licht. An den Kanten fein geschliffen ziert er einen Ring. Ein schönes Stück vom Juwelier, könnte man meinen. Doch dieser Stein kommt vom Bestatter und besteht aus der Asche von Vertorbenen.
Sascha Bovensmann bietet, wie andere Anbieter in der Hellwegstadt auch, diese ungewöhnlichen Schmuckstücke an. „Das ist eine sehr individuelle Art der Bestattung”, weiß Bovensmann. Offensiv vermarkte man das aber nicht. Zumal die Idee auf den ersten Blick recht makaber wirkt. Auch ein Grund, warum einige Bestattungshäuser in Soest dies kategorisch ablehnen. Rein chemisch gesehen ist das Verfahren nicht neu. Schließlich bestehen natürliche Diamanten letztendlich nur – wie Asche auch – aus Kohlenstoff. Zwischen 0,4 und einem Karat können die ungewöhnlichen Schmuckstücke schwer sein. Es ist ferner möglich, sie in Ringe oder Ketten einzuarbeiten. Und: Diamanten gelten von jeher – nicht nur in der Werbung – als ein Symbol für Unvergänglichkeit.
Sascha Bovensmann sieht darin aber auch die Möglichkeit, einen Ort für die eigene Trauer zu haben. „Heute leben Familien häufig nicht mehr so eng zusammen und können die Gräber in anderen Städten nicht oft besuchen.” So bleibe man dem Verstorbenen nah, habe durch den Diamanten einen Bezugspunkt.
Rein praktisch gesehen wird die Asche eines Verstorbenen teilweise oder komplett zu einer Firma in die Schweiz geschickt. In Deutschland darf sie nicht bearbeitet werden, hier herrscht per Gesetz Bestattungspflicht. „Die gibt es im Schweizer Rechtssystem aber nicht.” Auch Juristen haben sich bereits damit beschäftigt. Die herrschende Meinung sieht in der Einfuhr eines solchen Diamanten kein Problem. Ein Massengeschäft ist die Diamantbestattung nicht – auch angesichts von Preisen ab 4000 Euro pro Stein. „Ohnehin schätze ich, dass 98 Prozent der Verstorbenen auf einem Friedhof bestattet werden”, sagt Sascha Bovensmann. Erst einmal gab es bei ihm eine Diamantbestattung, die seit rund fünf Jahren angeboten wird. Eine Alternative kann auch die so genannte Baumbestattung sein. Dabei werden Waldstücke entsprechend umgewidmet; an einem Baum wird ein kleines Namensschild angebracht.


